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EU-CBAM tritt in Kraft und umfasst Verbindungselemente – Kohlenstoffkosten werden zum Schlüssel für Exporte

May.22.2026

Ab dem 1. Januar 2026 ist der EU-„Carbon Border Adjustment Mechanism“ (CBAM) aus der Übergangsphase in die formale Besteuerungsphase übergegangen. Als hochverarbeitete Stahlprodukte fallen Verbindungselemente offiziell unter die Aufsicht. Künftig muss jede Lieferung von Schrauben, Muttern und selbstschneidenden Schrauben, die in den europäischen Markt exportiert wird, neben Qualitätszertifikaten auch verifizierte Berichte über die Treibhausgasemissionen enthalten.
Im Gegensatz zu herkömmlichen festen Zöllen ist der CBAM eine Klimaschutz-Handelspolitik, die darauf abzielt, die Kohlenstoffkosten auszugleichen und das sogenannte „Carbon Leakage“ einzudämmen. Als komplexe Waren zählen Verbindungselemente zu den sechs kohlenstoffintensiven Branchen – darunter Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Strom und Wasserstoff – und berechnen die in ihnen enthaltene CO₂-Bilanz unter Einbeziehung der vorgelagerten Rohstoffe wie Stahl- und Edelstahldrahtstäbe.
Die Rohstoffproduktion im Vorfeld macht 70 % bis 90 % der gesamten CO₂-Bilanz von Verbindungselementen aus. Hersteller und Exporteure können die Compliance-Kosten nicht wirksam senken, ohne die CO₂-Intensität ihrer Stahlzulieferer zu steuern. Die chinesische Stahlindustrie setzt nach wie vor überwiegend das traditionelle Erzschmelzverfahren mit Koks ein, wodurch im Durchschnitt 1,8 Tonnen CO₂ pro Tonne Stahl emittiert werden – deutlich mehr als der EU-Referenzwert von 0,8 Tonnen. Chinesische Exporteure von Verbindungselementen werden daher mit höheren Ausgaben für CBAM-Zertifikate konfrontiert.