ASTM F3125: Die einheitliche Norm für hochfeste Bolzen in Konstruktionsanwendungen
Warum F3125 A325 und A490 ersetzt hat – Zusammenlegung, Klarheit und logische Unterklassifizierung der Festigkeitsklassen
Der ASTM F3125-Standard hat die älteren Spezifikationen wie A325 und A490 abgelöst, da diese seit Jahren Probleme hinsichtlich der technischen Anforderungen, Prüfverfahren und der praktischen Anwendung verursacht hatten. Unter F3125 werden die früher getrennten Normen nun stattdessen als verschiedene Festigkeitsklassen kategorisiert, was den Materialeinkauf, die Baustelleninspektion und die Einhaltung aller erforderlichen Konstruktionsvorgaben vereinfacht. Durch die Angleichung der US-Bolzennormen an internationale Regelungen wie ISO 898-1 trägt diese Änderung außerdem dazu bei, dass Hersteller grenzüberschreitend effizienter arbeiten können. Entscheidend ist jedoch, dass F3125 klare Unterkategorien wie F3125/A325 Typ 1 oder Typ 3 definiert. Diese Unterscheidungen legen genau fest, welche Materialien verwendet wurden, wie sie während der Herstellung behandelt wurden und wofür sie in konkreten Bauprojekten geeignet sind. Dadurch werden Fehler bei der Montage von Schrauben in wichtigen Bauwerken – von Bürogebäuden über Sportarenen bis hin zu großen Brücken – reduziert.
Zug- und Streckgrenze-Benchmarks: 120/105 ksi (Güteklasse A325) vs. 150/130 ksi (Güteklasse A490)
Bei der Auswahl von Konstruktionsbolzen sind Zug- und Streckgrenze nach wie vor die Hauptkriterien, auf die Ingenieure achten. Bolzen der Güteklasse A325 weisen eine Mindestzugfestigkeit von etwa 120 ksi und eine Streckgrenze von etwa 105 ksi auf. Diese Spezifikationen eignen sich gut für Standard-Gebäuderahmen und Dachtragwerke, insbesondere wenn das Konstruktionsdesign eine gute Duktilität erfordert und wiederholte Belastungen über längere Zeit verkraften muss. Bei Bolzen der Güteklasse A490 erhält man deutlich bessere Leistungswerte. Sie erreichen 150 ksi bei der Zugfestigkeit und 130 ksi bei der Streckgrenze. Aufgrund dieser höheren Tragfähigkeit werden diese Bolzen in Situationen notwendig, in denen extrem hohe Lasten auftreten, wie beispielsweise bei den heutigen Großbrücken mit großen Spannweiten, erdbebensicheren Haltesystemen, die Erschütterungen absorbieren müssen, sowie verschiedenen anspruchsvollen Industrieanlagen, bei denen ein Versagen nicht in Frage kommt.
| Eigentum | ASTM F3125 Güteklasse A325 | ASTM F3125 Güteklasse A490 |
|---|---|---|
| Zugfestigkeit | 120 ksi | 150 ksi |
| Fließgrenze | 105 ksi | 130 ksi |
| Typische Anwendungsfälle | Gebäude, Stadien | Brücken, seismische Fugen, schwere Maschinen |
Mechanische Eigenschaftsanforderungen, die Hochfestbolzen definieren
Wie Zugfestigkeit, Streckgrenzverhältnis, Härte und Halsdehnung die strukturelle Zuverlässigkeit sicherstellen
Damit Hochfestbolzen unter allen möglichen Belastungsbedingungen zuverlässig funktionieren, müssen sie vier wesentliche mechanische Kriterien erfüllen. Zunächst geht es um die Zugfestigkeit, die zwischen 120 und 150 ksi liegen sollte, um jene gefürchteten Sprödbrüche zu vermeiden. Danach folgt das sogenannte Streckgrenzverhältnis, also wie stark der Bolzen sich verformen kann, bevor er bricht. Laut ASTM F3125-Dokumentation sollte dieses Verhältnis nicht über 0,92 liegen. Warum ist das wichtig? Weil es dem Bolzen ausreichend Nachgiebigkeit verleiht, bevor er versagt – besonders entscheidend, wenn Gebäude bei Erdbeben erschüttert werden. Weiterhin sind Härtegrade von etwa 32 bis 39 HRC für die meisten Typen erforderlich. Die richtige Härte sorgt dafür, dass der Bolzen außen widerstandsfähig bleibt, aber innen noch flexibel ist. Zu hohe Härte birgt die Gefahr der Wasserstoffversprödung; zu geringe Härte hingegen führt dazu, dass sich die Gewinde schneller abnutzen, als sie sollten. Schließlich prüfen wir die Dehnung im Halsbereich in Prozent. Bei A325-Bolzen soll diese mindestens 14 % betragen, bei A490 mindestens 10 %. Diese Werte zeigen an, ob sich der Bolzen gleichmäßig über seine Länge dehnen kann und Drehkräfte standhält, ohne plötzlich zu reißen, wenn sich Verbindungen verdrehen oder Lasten umverteilen.
Wann ASTM A449 anstelle von F3125 verwendet wird — Durchmesser, Gewindelänge und Anwendungsausnahmen
ASTM A449 eignet sich weiterhin gut für nichttragende Anwendungen oder Sonderfälle, die von F3125 nicht abgedeckt werden. Dazu gehören größere Schrauben mit einem Durchmesser über 1,5 Zoll oder solche mit längeren Gewinden, als F3125 für Schrauben bis sechs Zoll Länge vorsieht (hier gilt die Formel 2D plus ein Viertelzoll). Der Standard umfasst außerdem ungewöhnliche Formen, die in der Praxis häufig vorkommen, wie vollständig gewindete Stangen, gebogene Bolzen oder Verankerungsbolzen mit geschmiedeten Köpfen an einem Ende. Solche Bolzen werden oft bei Fundamenten und bei der Montage schwerer Maschinen verwendet. A449 erlaubt Härtegrade bis zu 35 HRC, ohne dass Schlagzähigkeitsprüfungen erforderlich sind, weist jedoch im Vergleich zu F3125 mehrere gravierende Nachteile auf. Es gibt keine strenge Chargenverfolgung, keine zusätzlichen Zugfestigkeitsprüfungen und keine verpflichtenden Werkzeugbescheinigungen für tragende Konstruktionen. Aufgrund dieser Unterschiede geben Ingenieure A449 bei tragenden Stahlverbindungen, die unter AISC 360 oder die RCSC-Richtlinien fallen, grundsätzlich nicht vor. Für solche Projekte ist vielmehr die vollständige Einhaltung von F3125 erforderlich.
Komplementäre Komponenten: Muttern, Unterlegscheiben und Verankerungssysteme für hochfeste Schraubverbindungen
ASTM A563- und A194-Muttern: Festigkeitsanpassung, Prüfkraftprüfung und Vermeidung von Mutterausfällen
Die Wahl der richtigen Muttern ist nicht nur eine zusätzliche Maßnahme – sie ist entscheidend dafür, Verbindungen stabil und sicher zu halten. Hier kommen zwei wesentliche Normen ins Spiel. ASTM A563 bezieht sich auf übliche Kohlenstoff- und Legierungsstahlmuttern, die mit strukturellen Schrauben verwendet werden. Dann gibt es ASTM A194, die für besonders widerstandsfähige, hochfeste Muttern gilt, die für heiße Umgebungen vorgesehen sind, wie etwa die Klassen 2H, 4 und 7, die mit A490-Schrauben unter anspruchsvollen Bedingungen eingesetzt werden. Diese Normen basieren alle auf einer grundlegenden Idee: Muttern müssen mindestens genauso stark sein wie die dazugehörigen Schrauben. Nehmen Sie beispielsweise die Klasse DH-Muttern nach A563. Sie sind speziell dafür ausgelegt, nicht zu beschädigen, wenn sie auf schwere A490-Schrauben aufgeschraubt werden. Jede Charge muss außerdem Proof-Load-Tests bestehen, bei denen 120 % der Belastung angewendet werden, die die Mutter aushalten sollte, bevor sie auch nur geringfügige Anzeichen von Versagen zeigt. Dies überprüft, ob alles unter Druck stabil bleibt, und bestätigt, dass die Gewinde ordnungsgemäß zusammenhalten. Die Verwendung ungeeigneter oder nicht normgerechter Muttern öffnet die Tür für Probleme wie Rissbildung durch mechanische Spannungen, Lockerung der Schrauben durch Vibrationen und Spannungsverlust in den Verbindungen über die Zeit. Durch den Einsatz gehärteter Flachwaschen gemäß ASTM F436 wird die Klemmkraft besser über die Oberflächen verteilt. Abgewinkelte oder sphärische Unterlegscheiben leisten außerdem hervorragende Arbeit, um Unebenheiten auszugleichen, wenn Oberflächen an Basisplatten oder Trägerflanschen nicht vollkommen eben sind. Was Verbindungen betrifft, so haben sich gerollte Gewinde zur Standardmethode bei F3125-Schrauben entwickelt, da sie bei wiederholter Beanspruchung länger halten und über ihre gesamte Lebensdauer eine konsistentere Form bewahren als geschnittene Gewinde.
Anwendungsbezogene Übereinstimmung: Brücken, Stahlrahmen und korrosionsbeständige Hochfestigkeitsschrauben
Typ 3 Edelstahl vs. Heißverzinkt: Korrosionsbeständige Hochfestigkeitsschrauben nach Umgebung auswählen
Ingenieure müssen gezielt Korrosionsschutz planen, anstatt darauf zu hoffen, dass er zufällig eintritt. Schrauben aus Edelstahl der Sorte 3 (ASTM A320 Grade L7), ursprünglich für Anwendungen bei kalten Temperaturen entwickelt, haben an Beliebtheit gewonnen, da sie gegen Loch- und Spaltkorrosion unter rauen Bedingungen wie Meerwasserbelastung, in chemischen Produktionsanlagen oder in Bereichen mit Streusalzbehandlung widerstandsfähig sind. Diese Schrauben bilden von Natur aus eine schützende Oxidschicht, benötigen daher keine regelmäßige Wartung und können selbst unter schwierigen Umgebungsbedingungen viele Jahre lang halten. Dadurch rechtfertigen sie die zusätzlichen Kosten beim Bau von Offshore-Ölplattformen, Küstenbrücken oder Abwasseraufbereitungsanlagen. Hingegen erhalten feuerverzinkte Schrauben (ASTM F2329) ihren Schutz durch eine Zinkschicht, die nach der Herstellung aufgebracht wird. Sie eignen sich gut für städtische Gebiete, Fabriken oder ländliche Regionen, in denen nicht allzu viel Salz in der Luft enthalten ist. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn diese Schrauben dauerhaft in salzhaltigem Wasser oder saurem Boden liegen. Die Beschichtung kann sich dann schnell abbauen, und manchmal blättert sie bereits während der Montage ab, falls die Schichtdicke gemäß Spezifikation zu dick ist. Für Stahlkonstruktionen im Binnenland, bei denen regelmäßig Inspektionen erfolgen und die Schrauben nachgezogen werden können, bieten verzinkte Schrauben ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei hohen Korrosionsrisiken oder unsicheren Einsatzbedingungen entscheiden sich viele Fachleute heute für Duplex-Edelstähle wie ASTM A193 Grade B8M Klasse 2 oder spezielle Beschichtungen, die den ASTM F1160-Standards entsprechen, insbesondere für wichtige Verbindungen in Konstruktionen.
Inhaltsverzeichnis
- ASTM F3125: Die einheitliche Norm für hochfeste Bolzen in Konstruktionsanwendungen
- Mechanische Eigenschaftsanforderungen, die Hochfestbolzen definieren
- Komplementäre Komponenten: Muttern, Unterlegscheiben und Verankerungssysteme für hochfeste Schraubverbindungen
- Anwendungsbezogene Übereinstimmung: Brücken, Stahlrahmen und korrosionsbeständige Hochfestigkeitsschrauben