Kostenloses Angebot anfordern

Unser Vertreter wird sich in Kürze mit Ihnen in Verbindung setzen.
E-Mail
Mobil/WhatsApp
Name
Firmenname
Nachricht
0/1000

Blog

Startseite >  Blog

Wie wählt man Flanschschrauben für Rohrleitungssysteme aus?

2026-02-04 11:14:19
Wie wählt man Flanschschrauben für Rohrleitungssysteme aus?

Verstehen Sie die Bemessung und Konfiguration von Flanschschrauben nach Druckklasse

Die richtige Größe für Flanschschrauben zu ermitteln, beginnt damit, die wichtigen Normen wie ASME B16.5 und API 6A zu kennen. Die Spezifikationen legen genau fest, was für den Bolzenkreisdurchmesser (BCD) – also den Kreis, der durch alle Schraubenlöcher des Flansches verläuft – zu beachten ist. Sie geben zudem vor, wie viele Schrauben erforderlich sind, welche Bohrungsgrößen vorgesehen sind (mit einer Toleranz von etwa ± 1⁄64 Zoll) sowie den Abstand zwischen den einzelnen Schrauben entlang des Kreises. Dies ist entscheidend, denn nur bei korrekter Ausrichtung wird die Dichtung gleichmäßig über ihre gesamte Oberfläche komprimiert. Andernfalls können sich Stellen mit übermäßigem Druck bilden, wodurch die gesamte Verbindung geschwächt wird. Betrachten Sie beispielsweise einen Standard-Flansch DN 150 (6 Zoll), PN 20 (Klasse 150): Er weist typischerweise eine Anordnung aus acht Schrauben auf einem Kreis mit einem Durchmesser von 190,5 mm (7,5 Zoll) auf. Steigen Sie jedoch auf Klasse 600 (PN 100) hoch, so erhöht sich die Anzahl der Schrauben plötzlich auf zwölf, die nun auf einem größeren Kreis mit einem Durchmesser von 234,95 mm (9,25 Zoll) verteilt sind.

Wie die Druckklasse (150–2500) die Anzahl, den Durchmesser und die Länge der Flanschbolzen bestimmt

Bei höheren Druckklassen steigt die erforderliche Anzahl an Schrauben drastisch an. So benötigt beispielsweise ein typischer Flansch der Klasse 150 für Rohrleitungen mit einem Durchmesser von 2 Zoll etwa 8 Schrauben M12, während bei der Klasse 2500 bereits 16 Schrauben M24 erforderlich sind, um die extremen Betriebsdrücke von nahezu 20.000 psi zu bewältigen. Die richtige Schraubenlänge zu ermitteln ist keine Raketenwissenschaft, doch gibt es durchaus eine Formel, der die meisten Konstrukteure folgen: Der Schraubendurchmesser wird verdoppelt, die Dichtungsdicke addiert und zusätzlich noch 6 mm als Puffer hinzugefügt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Gewinde über die Mutter hinaus ausreichend eingreifen und gleichzeitig Platz für die Kompression der Dichtung sowie für thermische Ausdehnung bleibt. Auch die Werkstoffwahl spielt eine entscheidende Rolle: Bis zur Klasse 900 eignen sich ASTM-A193-B7-Schrauben gut; bei den extremen Bedingungen in Anwendungen der Klasse 2500 werden jedoch stärkere Legierungen wie B16 notwendig. Und vergessen wir nicht die Vorschriften für das Anzugsmoment: Bei der Montage von Flanschverbindungen ab Klasse 1500 kann eine zu hohe Anzugskraft den in den ASME-PCC-1-Richtlinien von 2023 genannten Elastizitätsbereich von 70 bis 90 Prozent der Streckgrenze überschreiten – was zu einer bleibenden Dehnung der Schrauben führt und letztlich zu Verbindungsversagen, mit dem niemand rechnen möchte.

Wählen Sie das richtige Flanschbolzen-Material für die Einsatzbedingungen aus

ASTM A193 B7 vs. B8: Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Temperaturgrenzen für Flanschbolzen

Die ASTM-A193-Norm legt fest, welche Eigenschaften Bolzen für einen zuverlässigen Einsatz bei hohen Temperaturen auszeichnen. Nehmen wir beispielsweise den legierten Stahl B7: Er weist eine Mindestzugfestigkeit von rund 125 ksi auf, verliert jedoch zunehmend an Festigkeit, sobald die Temperaturen etwa 450 Grad Celsius (842 Grad Fahrenheit) überschreiten. Betrachten wir hingegen den Edelstahl B8, der in der Regel der AISI-304-Werkstoffklasse entspricht: Dieses Material widersteht Chloriden deutlich besser – ein entscheidender Vorteil beispielsweise bei Offshore-Plattformen oder in chemischen Anlagen. Allerdings gibt es hier einen Kompromiss: B8 weist im Vergleich zum bewährten B7 etwa 30 % geringere Zugfestigkeit auf. Auch die zulässigen Temperaturbereiche sind entscheidend: B8 funktioniert hervorragend selbst unter extrem kalten Bedingungen bis hin zu minus 200 Grad Celsius (minus 328 Grad Fahrenheit). Vorsicht ist jedoch geboten, sobald die Temperaturen über 425 Grad Celsius (797 Grad Fahrenheit) steigen, da sich dann Probleme durch Karbidabscheidung und eine zunehmende Sprödigkeit des Werkstoffs einstellen können. Die Wahl zwischen diesen beiden Werkstoffen hängt letztlich davon ab, was in der jeweiligen Anwendung im Vordergrund steht: mechanische Festigkeit (B7) oder Korrosionsschutz (B8). Falsche Entscheidungen in diesem Zusammenhang können teuer zu stehen kommen: Laut Branchendaten der NACE aus dem Jahr 2022 sind derartige Fehlauswahlen für nahezu ein Viertel aller Flanschverbindungsversagen in Raffinerien verantwortlich.

Vermeidung von Kontaktkorrosion: Abstimmung des Flanschbolzenwerkstoffs mit Flansch (ASTM A105, F22) und Dichtung

Kontaktkorrosion beschleunigt sich, wenn ungleichartige Metalle in leitfähigen Umgebungen miteinander in Kontakt treten. Die Kombination von Edelstahl-Bolzen der Sorte B8 mit Kohlenstoffstahl-Flanschen nach ASTM A105 erzeugt eine Spannungsdifferenz von ca. 0,5 V – ausreichend, um den Flansch im Seewasser mit einer Geschwindigkeit von ca. 0,1 mm/Jahr abzutragen. Zu den Maßnahmen zur Risikominderung zählen:

  • Abstimmung der Bolzenlegierung auf das Flanschmaterial (z. B. A193 B7 mit A105 oder B8 mit Edelstahlflanschen)
  • Verwendung von dielektrischen Dichtungen wie PTFE, um die elektrische Leitfähigkeit zu unterbrechen
  • Auswahl von Bolzen, deren edle Eigenschaft innerhalb von 0,15 V gegenüber der Legierungsstahlführung ASTM F22 liegt
    Nichtmetallische Dichtungen erfordern eine differenzierte Betrachtung: Elastomerdichtungen benötigen geringere Bolzenvorspannkräfte als flexible Graphitdichtungen, was sich auf die Dehnungsgrenzen und die anzustrebenden Vorspannwerte auswirkt. Vor der endgültigen Festlegung des Bolzenwerkstoffs für salzhaltige, saure oder hochleitfähige Medien ist eine elektrochemische Verträglichkeitsanalyse unerlässlich.

Erzielung einer zuverlässigen Verbindungssicherheit durch korrektes Anziehen der Flanschbolzen

Warum die Ziel-Vorspannung (70–90 % Streckgrenze) für die Leistung von Flanschschrauben entscheidend ist

Es ist von großer Bedeutung, die Schraubenvorspannung im Bereich von 70 % bis 90 % der Streckgrenze zu halten, um zuverlässige Verbindungen zu gewährleisten. Fällt sie unter 70 %, treten bei normalen Betriebsbedingungen – etwa durch Vibrationen und Temperaturschwankungen – zahlreiche Probleme auf, die sogar zur Trennung der Verbindung und zu Undichtigkeiten führen können. Wird hingegen mehr als 90 % der Streckgrenze überschritten, entstehen ebenfalls Probleme, beispielsweise bleibende Formänderungen oder im Laufe der Zeit schädliche Spannungsrisse. Warum funktioniert dieser optimale Bereich so gut? Er bietet ausreichend Spielraum, damit die Verbindung beispielsweise Kriechverhalten der Dichtung oder thermische Ausdehnung der Werkstoffe bewältigen kann, ohne dabei ihre strukturelle Integrität einzubüßen. Bei Anwendungen mit Kohlenwasserstoffen insbesondere reduziert die korrekte Vorspannung von ASTM-A193-B7-Schrauben Undichtigkeitsprobleme um rund 85 % im Vergleich zu einer zu geringen Anzugskraft. Dies ergab eine Studie aus dem Jahr 2023 im „International Journal of Pressure Vessels and Piping“.

Querbolzfolge und ihre Auswirkung auf eine gleichmäßige Dichtsitzung und Leckvermeidung

Das Sternmuster oder die Kreuzschraub-Methode ist nicht nur empfehlenswert, sondern zwingend erforderlich, um eine gleichmäßige Dichtsitzung zu erreichen. Dabei wird die Klemmkraft schrittweise über die gesamte Dichtfläche verteilt – üblicherweise beginnend bei etwa 30 %, dann 60 % und schließlich der vollen Drehmomentvorgabe von 100 %. Ein kreisförmiges Vorgehen entlang der Schrauben verursacht hingegen zahlreiche Probleme: Der Druck verteilt sich ungleichmäßig, wodurch Leckagen bei Temperaturschwankungen deutlich wahrscheinlicher werden; Feldberichte zeigen hierzu einen Anstieg des Leckagerisikos um rund ein Viertel. Bei korrekter Anwendung dieser Reihenfolge werden Probleme wie übermäßiges Zusammendrücken der Dichtung an bestimmten Stellen, Verzug der Flanschflächen sowie übermäßige Beanspruchung einzelner Schrauben vermieden. Pipeline-Unternehmen haben durch konsequente Anwendung dieser Methode tatsächlich beeindruckende Ergebnisse erzielt: Ihre Daten belegen einen drastischen Rückgang flüchtiger Emissionen – um rund 92 % – in Hochdruck-Gasanlagen, in denen das Sternmuster statt willkürlicher Anziehverfahren angewandt wird.

Vermeidung häufiger Flanschschraubenversagen in betrieblichen Rohrleitungen

Schraubenversagen an Rohrleitungsflanschen zeigt sich häufig in Form von Ermüdungsbrüchen, geschwächten Strukturen durch Korrosion oder Leckagen an den Verbindungsstellen. Diese Probleme sind nicht nur lästige Wartungsaufgaben; sie können zu erheblichen Sicherheitsrisiken, Umweltschäden und Schwierigkeiten bei der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften führen. Ermüdung tritt bei ständigen Druckschwankungen oder Vibrationen auf. Wurden die Schrauben ursprünglich nicht ausreichend angezogen – also unter etwa 70 % ihrer Streckgrenze – bilden sich Risse, die sich schneller ausbreiten als normalerweise. Korrosionsprobleme entstehen durch die Kombination unterschiedlicher Metalle: So führt beispielsweise die Verwendung von Kohlenstoffstahlschrauben (z. B. Sorte A193 B7) zusammen mit Edelstahlflanschen in salzhaltigen Umgebungen zur galvanischen Korrosion. Die Exposition gegenüber Chloriden verursacht zudem Spannungsrisskorrosion (SCC) in Werkstoffen wie austenitischem Edelstahl der Sorte B8. Die meisten Leckagen treten jedoch tatsächlich aufgrund fehlerhafter Montage auf. Eine ungleichmäßige Anzugskraft führt zu einer ungleichmäßigen Belastung der Dichtung, die letztlich versagt. Die Vermeidung all dieser Probleme erfordert sorgfältige Beachtung korrekter Montagetechniken sowie der Werkstoffverträglichkeit.

  • Bei Ermüdung : Verwenden Sie in Bereichen mit starker Vibration hochzähe Schrauben (z. B. ASTM A320 L7) und überprüfen Sie die Vorspannung mithilfe kalibrierter Drehmoment- oder Zugkraftmessgeräte.
  • Bei Korrosion : Passen Sie die Schraubenmetallurgie sowohl an das Flanschmaterial als auch an die Chemie der Prozessflüssigkeit an – B8 für saure Medien, Duplex-Edelstähle für chloridhaltige Systeme.
  • Bei Undichtigkeit : Wenden Sie vorgeschriebene Kreuzschraubfolgen an und führen Sie nach der Montage eine Druckprüfung durch, da 65 % der Flanschundichtigkeiten auf eine nicht gleichmäßige Klemmkraft zurückzuführen sind (ASME B16.5, 2023). Eine proaktive Inspektion der Flanschflächen auf Verzug, Lochfraß oder Oberflächenschäden trägt zudem zur langfristigen Dichtintegrität bei.